Gefallsucht: Warum es nicht immer gut ist, es allen recht machen zu wollen
- Antje Knauer
- 7. Feb. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Feb. 2025

In unserer heutigen Gesellschaft wird oft Wert darauf gelegt, freundlich und hilfsbereit zu sein. Doch wenn diese Eigenschaften dazu führen, dass man seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche ständig zurückstellt, um anderen zu gefallen, spricht man von Gefallsucht oder "People Pleasing". Warum passiert das, und wie kann man lernen, gesunde Grenzen zu setzen?
Was ist Gefallsucht?
Gefallsucht beschreibt das Verhalten, immer und überall anderen gefallen zu wollen, selbst auf Kosten der eigenen Bedürfnisse. Dies kann sich in verschiedenen Formen zeigen: von der ständigen Zustimmung zu allem und jedem, über das Übernehmen zusätzlicher Aufgaben, die man eigentlich nicht bewältigen kann, bis hin zur Angst, Kritik zu äußern oder eigene Meinungen zu vertreten.
Warum entwickeln Menschen diese Verhaltensweise?
Es gibt viele Gründe, warum Menschen Gefallsucht entwickeln. Oft beginnt es in der Kindheit, wenn man lernt, dass Zustimmung und Gefälligkeit mit Liebe und Anerkennung belohnt werden. Auch gesellschaftlicher Druck und der Wunsch nach sozialer Akzeptanz spielen eine Rolle. In manchen Fällen kann Gefallsucht auch ein Schutzmechanismus sein, um Konflikte zu vermeiden oder Unsicherheiten zu überspielen.
Die Folgen von Gefallsucht
Obwohl es auf den ersten Blick positiv erscheinen mag, anderen ständig gefallen zu wollen, hat dieses Verhalten auch negative Auswirkungen. Wer immer nur gibt und nie nimmt, läuft Gefahr, emotional und körperlich auszubrennen. Die eigenen Bedürfnisse werden vernachlässigt, was zu Unzufriedenheit und Frustration führen kann. Zudem kann es schwierig sein, authentische Beziehungen zu führen, wenn man ständig eine Rolle spielt, um anderen zu gefallen.
Wie kann man Gefallsucht überwinden?
Der erste Schritt zur Überwindung von Gefallsucht ist die Selbstreflexion. Erkenne, in welchen Situationen du dich besonders oft anpasst und warum. Setze dir bewusst Grenzen und übe, "Nein" zu sagen, ohne dich schuldig zu fühlen. Es kann auch hilfreich sein, sich selbst kleine Belohnungen für das Einhalten dieser Grenzen zu setzen.
Fazit
Gefallsucht ist ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Menschen betrifft. Doch mit der richtigen Herangehensweise und einem bewussten Umgang mit den eigenen Bedürfnissen kann man lernen, gesunde Grenzen zu setzen und authentische Beziehungen zu führen. Denk daran: Es ist nicht deine Aufgabe, es allen recht zu machen. Deine eigenen Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die der anderen.



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